|
Jedes Bier hat zwei Seiten:
einerseits ist es ein deftiges Erfrischungsgetränk,
andererseits wird es vom Kenner bei Tisch bewußt genossen. Bier -
da
es eine Flüssigkeit ist - hat keine eigene Gestalt. Erst Flasche
oder
Glas geben dem Produkt Bier eine Form. Soll diese Form Identität
vermitteln,
dann scheint es erstrebenswert, daß diese möglichst bis zum
endgültigen
Verbrauch beibehalten wird. Der Entwurf schlägt einen
Behäfter
vor, der oben wie unten mit einer identen Verschlußkappe versehen
ist
und wahlweise an einer der Seiten geöffnet werden kann. Wird er an
der
Seite des Halses geöffnet, dann hat man eine Flaschenform vor
sich.
Am Boden geöffnet, dient der andere Verschluß als Fuß
eines
tulpenförmigen Glases. In beiden Fällen wird auf bekannte
Formen
verwiesen, die dadurch dem Konsumenten ihre Funktion auch anzeigen
können.
Die Form bleibt zwar bei beiden Verwendungsarten die gleiche, doch
durch
die Änderung der Raumlage und der Angebote, die die Form jeweils
macht
(gießen - trinken), ändert sich ihr Ausdruck: als Flasche
entspricht
sie der Nobilitierung des Getränks am gedeckten Tisch, als
mächtiges
Glas kann sie mit einem "kräftigen Schluck" den Durst löschen.
|
|