Zum Bühnenbild hat man
- so sagen uns die Kunsttheoretiker - eine Beziehung
als „Zuschauer“, der zu dieser Art von Gestaltung nicht wie der
„Mitspieler“
in eine kontinuierliche räumliche Beziehung tritt, sondern als
Beobachter
außerhalb bleibt, gebunden an eine fixe Beobachtungsposition im
Zuschauerraum.
Die Ausstellung eines Bühnenrequisites - hier ein "Pferd" -
hingegen
stellt dieses dem Betrachter als Plastik vor. Obwohl eine Plastik eine
illusionäre
Dimension haben kann, ist sie im Zusammenhang mit der sie umgebenden
räumlichen
Struktur immer gleichzeitig auch als ‚reales’ dreidimensionales Objekt
präsent
und ihre Körperform wird dabei Teil der Struktur des
räumlichen
Kontextes. Der Spiegel ist - man denke an Brunelleschis Experiment
Anfang
des 15. Jahrhunderts - ein Mittel, mit dem Abbild und räumliche
Struktur
vereinigt werden können. Hier werden Bild und Wirklichkeit im
Widerschein
kombiniert. Die Präsentation des Bühnenrequisites im Spiegel
schafft
die notwendige Beobachtungsdistanz. Erst dann folgt die Aufklärung
durch
das real präsente und in ungewohnter Nähe sichtbare Objekt
aus
einer Bühnenausstattung.