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Einen tieferen Zusammenhang
als mit der Malerei - so sagt Roland Barthes
- hätte die Fotografie mit dem Theater. Dieser bestünde
vermittels
des Todes: Wie sich der Schauspieler durch die von ihm angenommene
Rolle
aus der Sphäre der Lebenden entrückt - ursprünglich, um
die
Rolle der Toten zu spielen - , so würde der in der Fotografie
festgehaltene
Augenblick durch die Reglosigkeit seiner Authentizität
gewissermaßen
ein Bild des toten Lebendigen bieten. Auch die in dieser Ausstellung
gezeigten
Fotografien zielen in erster Linie auf das Geschehen vor der Kamera,
nicht
auf die kompositionelle Ordnung des zweidimensionalen Bildes. Sie
setzen
die Erinnerung an das Geschehen in der Galerie und an den verstorbenen
Künstler
in Gang. Aber man muss hier präzisieren: Kaum einer von uns war
bei
der Aktion anwesend. Die Augenblicke werden von uns nicht erinnert,
viel
mehr muss Erinnerung in dieser Ausstellung konstruiert werden. Hier
wurde
kein "Werk" geschaffen, das die zeitliche Dimension im Sinne des
traditionellen
Denkmalcharakters zu überdauern suchte, sondern diese mit
einbezieht
und durch Relikte und Dokumentationen unserer Kultur weiterlebt.
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